„Anzeigenkampagne in der Kritik“ – unter dieser Headline berichtet die Printausgabe der Lebensmittelzeitung (LZ ) am vergangenen Freitag über eine Aktion des Bundesverbraucherschutzministeriums (BMELV) in der „Bild“-Zeitung: Unter dem Logo des BMELV und dessen Aktionsplan „In Form“ werden dort seit Anfang August Anzeigen mit dem Konterfei des parlamentarischen Staatssekretärs im BMELV Dr. Gerd Müller (CSU) geschaltet, der dort mit schlauen Ernährungstipps der simpelsten Sorte aufwartet: „Öfter zu einem Apfel greifen“ oder „Täglich 30 Minuten bewegen und ausgewogen ernähren“. …
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Essen und trinken: Die Kunst der Entscheidung
Rebecca hat etwas sehr Erwachsenes getan – trotz ihres zarten Alters von 14 Jahren (siehe Eintrag von gestern). Sie hat sich entschieden. Die meisten Erwachsenen scheinen vergessen zu haben, dass man sich entscheiden kann. Wer will sich schon entscheiden in einer Zeit, in der viele die Angst plagt, etwas vom möglichen Maximalgenuss zu verpassen. Jeder könnte sich entscheiden, was er isst und trinkt. Rebecca hat sich entschieden, kein Fleisch zu essen. Eine beachtliche Entscheidung für …
Gesundheit – nein danke?
Christoph Klotter, Warum wir es schaffen, nicht gesund zu bleiben. Eine Streitschrift zur Gesundheitsförderung, Ernst Reinhardt Verlag, München 2009, 163 Seiten, ISBN: 978-3-497-02061-4, Preis: 16,90 Euro Wir lesen weiter: Ein Buch für alle, die sich beruflich mit Prävention beschäftigen – und natürlich für interessierte Laien: Mit seiner „Streitschrift zur Gesundheitsförderung“ hat Christoph Klotter ein provozierendes Buch vorgelegt, dass an den Grundfesten der Gesundheitsförderung und damit auch der Ernährungsberatung rüttelt. „Was passiert, wenn Gesundheit zur Pflicht wird?“ fragt …
Warum Fettsteuern Unfug sind
Politiker, die behaupten, der Verzehr bestimmter Nährstoffe wie z.B. Fett stelle „einen Risikofaktor dar, der zur Ausbreitung der Volkskrankheiten beiträgt.“, sind nur selten von wirklich tiefgehenden Fachkenntnissen der Materie beleckt. Dass scheint auch bei den dänischen Poltikern, die ihren Bürgern die Butter vom Brot nehmen wollen, nicht anders zu sein. Denn wissenschaftlich lässt sich ein meßbarer Nutzen eines reduzierten Verzehrs gesättigter Fettsäuren kaum belegen. Dazu einen Blick in einen der letzten Newsletter des Ernährungswissenschaftlers Dr. Nicolai …
Zu viel Süßes kann Gewaltbereitschaft erhhöhen
…und mich macht diese Meldung aggressiv! Momentan macht wieder einmal eine dieser unsäglichen Ernährungs-Meldungen die Runde: „Süßigkeiten machen Hiebe“ (ärzteblatt.de), „Zu viel Süßes kann Gewaltbereitschaft erhöhen“ (derStandard.at), „Süßigkeiten machen Hiebe“ (DIE WELT) und so weiter und so fort. Wer hat da nun was beforscht? Dr. Simon Moore von der School of Dentistry an der Universität Cardiff (viel mehr ist über den Mann mit herkömmlichem Googeln nicht rauszukriegen) hat Daten der „1970 British Cohort Study” ausgewertet, …
Esskultur: Big Mac – aber bitte mit Messer und Gabel
Oder: Warum der Kölner Altrocker Jürgen Zeltinger Burger nicht mit Fingern isst Der Kölner Altrocker Jürgen Zeltinger (Spitzname: „Die Plaat“) macht seinem Ruf als „Asi mit Niwoh“ im Welt-am-Sonntag Interview zu seinem 60. Geburtstag alle Ehre. Standesgemäß fand das Gespräch mit dem Punk- und Rock-Dinosaurier auf seinen Wunsch hin in einer Mc Donald’s Filiale an der Venloer Straße in Köln statt. Hier ein Auszug, in dem das kölsche Original dezidiert zu Ernährungsfragen Stellung nimmt: WamS: …
Gent – Hauptstadt der Vegetarier?
Oder: Wer weniger Fleisch isst, muss nicht gleich zum Vegetarier werden. Am Sonntag berichtet: Die flämische Stadt Gent hat den “Veggiedag” eingeführt, was die verantwortlichen Stadtväter verschiedenen Pressemeldungen zufolge veranlasst hat, Gent als „Vegetarierhauptstadt“ zu bezeichnen. Das ist ein Blödsinn, der vom Wesentlichen ablenkt und der wichtigen Sache keinen guten Dienst erweist. Dem Vegetarismus haftet nach wie vor das Image blasser Lust- und Genussfeindlichkeit an. Vegetarier gelten dem normalen Fleischesser immer noch als säuerliche, salatblattkauende Spaßbremsen. …